Entwicklung des KBOP

Schon immer haben Schulen mit Betrieben kooperiert. Um Unterricht den gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen und somit realitätsnäher zu gestalten, wurden immer wieder Einzelaktionen durchgeführt, welche Kooperation mit Externen berücksichtigten. Dies gilt auch für die Zeppelinschule. Krankenkassen führten Schulungen zu den Sozialsystemen durch, Betriebsmitarbeiter boten Training von Bewerbungen und von Einstellungsgesprächen an. Auch die Praktika gehörten zu diesen Kooperationen.


Für die Schulgemeinschaft der Zeppelinschule waren diese Kooperationen besonders wichtig und hilfreich und wurden deshalb stetig ausgeweitet.


Wichtig war für uns die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes, welches alle Einzelmaßnahmen, von Klasse 5 bis Klasse 10 in ein System einordnete, sie damit verpflichtend machte und die Durchführung sicherstellte. Im BOB findet man die „Tore in den Beruf“, welche alle wichtigen Bausteine der Berufsvorbereitung dokumentieren.


Durch unsere Arbeit mit den individuellen Portfolios ab Klasse 5, den Profilbildungen in den Klassen 9 und 10 und den Langzeitpraktika in 9 und 10, fügten wir weitere Maßnahmen hinzu.


Als die Stadt Plettenberg die Schließung der zweiten Hauptschule bei der Bezirksregierung beantragte, unserer Schule jedoch die Nutzung des Gebäudes im Böddinghauser Feld zusprach, ergaben sich durch die Nähe zur Ausbildungsstätte der Metall- und Elektroindustrie völlig neue Möglichkeiten.


In vielen gemeinsamen Konferenzen, in Beratungsgesprächen mit externen Partnern und Kreativgruppen, wurden die Eckpunkte für eine Neuausrichtung der Berufsvorbereitung festgelegt.

Seit Beginn des Schuljahres 2011/2012 bauen wir in unserer Oberstufe auf einem 3-Säulen-Modell auf.

Säule 1:
Wir machen gute realitätsnahe Schule


Der Zeppelinschule wurde 2011 das Gütesiegel individuelle Förderung verliehen. Auf diesem Hintergrund ist Schule und Unterricht bei uns an den individuellen Notwendigkeiten und Wünschen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet. Dazu gehört auch die Bildung von Profilklassen, das heißt, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Berufswünschen entsprechend in Lerngruppen eingeteilt werden. Somit können berufsspezifische Fragestellungen und Anforderung besser berücksichtigt werden und die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig verstärkt unterstützen.

 

Unsere Schule stiehlt sich auch nicht aus der Verantwortung. Wir haben mit der Industrie und mit Handwerksbetrieben gemeinsam einen Kanon von Anforderungen definiert, welche den Betrieben besonders wichtig waren und sind. Diese Inhalte werden im Unterricht verstärkt berücksichtigt.


Im Rahmen der „Plettenberger Erklärung“ verpflichtet sich die Zeppelinschule, dass diese Inhalte von den Schülerinnen und Schülern beherrscht werden. Sollten sich im ersten Lehrjahr trotzdem Defizite zeigen, verpflichtet sich die Zeppelinschule zur Nachschulung. Ein Argument zur Einstellung.

 

Säule 2:
Wir haben Partner

In Kooperation mit Ausbildungsbetrieben, aber auch mit bereits vernetzten externen Strukturen, holen wir Wissen, Können und Anleitung aus dem realen Leben in die Schule. Firmenchefs und Personalverantwortliche führen Bewerbungsgespräche durch, die Agentur für Arbeit weitet die Beratung in der Schule auf den individuellen Bereich hin aus, betriebliche Mitarbeiter bieten berufsbezogenen Physik- und Mathematikunterricht in der Schule an, Praktika werden individuell geplant und durchgeführt, Rückmeldungen und Hinweise auf Eignung werden den Schülerinnen und Schülern regelmäßig gespiegelt.

 

Langzeitpraktika geben die Möglichkeit sich in Betriebe einzuarbeiten und persönliche Stärken jenseits der Fachkenntnisse verstärkt mit einzubringen und somit die Chancen auf Vermittlung erheblich zu steigern.

Säule 3:
Lebenslanges Lernen

In Partnerschaft mit der heimischen VHS haben wir die VHS-B ins Leben gerufen. Im Gebäude der Schule finden VHS-Kurse statt, welche berufsbezogen sind. Sie wenden sich an alle Bürger, speziell aber auch an Schülerinnen und Schüler der Zeppelinschule, der Realschule und des Gymnasiums. Z.B. wird für unsere Profilklasse Handel/Wirtschaft ein VHS-Kurs Betriebswirtschaftslehre für Nichtkaufleute durchgeführt.

 

Dozenten sind immer bewährte Kräfte aus der VHS. Es finden berufsbezogene Excelkurse statt, dem Angebot sind hier keine Grenzen gesetzt. Diese VHS-B soll für die Schülerinnen und Schüler den Einstieg in lebenslanges Lernen über externe Institutionen, wie z.B. die VHS, erleichtern und erfahrbar machen. Zudem hebt das Angebot an die Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen die Grenzen zwischen den Abschlüssen und Begabungen auf.

Dieses Gebilde, Hauptschule Zeppelin auf 3 Säulen, haben wir mit einem eigenständigen Namen versehen. In Anlehnung an die besonderen Erfahrungen und Strukturen heißt es Kompetenzzentrum Berufsorientierung Plettenberg, was auch als Titel über dem Eingang des Schulgebäudes steht. Es steht für unseren Anspruch, jeder Schülerin und jedem Schüler, gleich welcher Herkunft oder Vorbildung, den Zugang zu einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit zu ermöglichen.

So, wie sich unsere Schülerinnen und Schüler entwickeln sollen, so wollen auch wir uns entwickeln und auch das KBOP.

 

Eingang KBOP